
Die Bachelorarbeit «Flourish» ist ein experimentelles Team-Management-Game, dass das Zusammenleben in einer queer-feministischen Zukunft behandelt. In einer Welt ohne existenzielle Konflikte, rückt das Zwischenmenschliche in den Vordergrund. Inspiriert von More-Than-Human-Spezies hinterfragt das Spiel patriarchale Muster und Gesten in bestehenden Strategie-Games und setzt stattdessen auf eine hierarchielose, am Kollektiv orientierte Organisationsstruktur. Dies zeigt sich insbesondere in den Rollenzuschreibungen und Charakterzeichnungen der vier Hauptfiguren. Ein Aufruf zu radikaler Zärtlichkeit und Zuversicht: Ob dieser spekulative Vorschlag gesellschaftlichen Zusammenlebens Bestand hat, lässt sich nur in der konkreten Spielsituation überprüfen.
Podcast.
Wieso habt ihr euch für den Art Style entschieden?
Benjamin: Im Rahmen eines queer-feministischen Spiels war es uns wichtig, mit einer strikten Formgebung zu brechen. Wir setzen stattdessen auf organische Formen. Mit digitalen Pinselstrichen brechen wir strikte geometrische Muster und erzeugen weiche, einladende Oberflächen.
Welche Themen vermisst du in Videospielen?
Anic: Oftmals kursieren in Videospielen dystopische Zukunftsvisionen. Dies bewirkt mitunter, dass wir Erwartungen an die Zukunft tief halten. Mit der gezielten Entwicklung und Darstellung von positiv behafteten Zukunftsvisonen in Videospielen könnte diesem vorherrschenden Pessimismus ein Stück weit entgegen gewirkt werden.
Was macht euer Projekt einzigartig?
«Flourish» bricht mit patriarchalen Herrschafts- und Repräsentationsmustern in Videospielen. Unser Spiel gewichtet das Soziale höher als den Erfolg einer Mission. Wir fördern somit ein harmonisches Zusammenleben, anstelle von destruktiven Krisenerlebnissen.
Game Design verbindet alle meine Interessen (Kunst, Design, Narration, Technologie). Die Disziplin bietet für mich das ideale Umfeld, um mich weiterzuentwickeln. – Benjamin Scherrer
Gameplay.
Mein Wunsch ist es, mein technisches Wissen in einem kleineren Game-Design-Team einzubringen und gemeinsam visionäre Spieltitel zu realisieren. – Anic Müri
